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Der Streit um die Wandlungsworte |
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für viele ... |
... für alle |
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Der Streit um die Wandlungsworte:"Hic est enim calix sanquinis mei, (...) qui pro vobis et pro multis effundetur (...).“ "Das ist der Kelch meines Blutes (..), das für euch und für viele vergossen wird (..)“ In der lateinischen Originalausgabe des Messbuches heißt es in den Wandlungsworten immer noch „pro multis“ - „für viele“. In den deutschen Übersetzungen aber haben wir uns daran gewöhnt, vom Blute Christi zu hören, dass es „für euch und für alle vergossen wird“. Diese zweifelsfrei falsche Übersetzung des griechischen Evangeliumstextes bzw. des lateinischen Textes im Originalmeßbuch, der sogenannten „Editio typica“, wird rechtfertigt mit dem Argument, das Blut Christi habe die Kraft, alle Menschen zu erlösen. Außerdem sei die Formulierung „für euch und für viele“ eine typisch semitische Ausdrucksweise, die legitimer Weise auch mit „für alle“ übersetzt werden könne. Richtig? J-ein! Das Blut Christi hätte in der Tat die Kraft alle Menschen zu erlösen. Niemand wird verdammt, weil die sühnende Kraft des Erlösungsopfers für ihn nicht mehr gereicht hätte. Tatsächlich aber werden nicht alle Menschen gerettet. Es gibt eine Hölle und es gibt auch Verdammte. Für diese hat dann „de facto“ Christus sein Blut nicht vergossen, weil es sonst wirkungslos geblieben wäre. Die Übersetzung „für alle“ fördert die Vorstellung, alle Menschen kämen in den Himmel, niemand würde verdammt werden und verlangt nach der Klarstellung, dass dies eben nicht gemeint sei. Es ist aber unsinnig, ein – noch dazu inspiriertes Bibelwort – falsch zu übersetzen, um einen ganz bestimmten Aussageaspekt deutlicher hervorzuheben und dann erklären zu müssen, wie diese falsche Übersetzung richtig verstanden werden muss. Eine textkritische Untersuchung der überlieferten Bibelstellen bei Mt 26, 28 und Mk 14, 24 zeigt, dass die Überlieferung von „für viele“ sicher und übereinstimmend ist. Der einzige nebensächliche Unterschied besteht im griechischen Grundtext be-züglich der Präposition: bei Mt steht „peri“, „in betreff“; bei Mk dagegen steht „hüper“, „für“. Zu den beiden Stellen gibt es in den alten Handschriften für die Lesart „für viele“ keine Varianten. Daher muß das „für viele“ als inspiriertes Gotteswort angesehen und seine Verdrehung in das Menschenwort „für alle“ textkritisch betrachtet als eine Verfälschung des Bibelwortes abgelehnt werden. Die Verfasser des Matthäus- und des Markusevangeliums waren des Hebräi-schen, des Aramäischen und des Griechischen kundiger als wir, die zweitausend Jahre hinter den biblischen Sprachen nachhinken. Auch sie wussten, dass das griechische „polloi“, „viele“, im Semitischen auch „alle“ bedeuten kann. Hätten sie daher die Aussageabsicht Christi mit Sinne „für alle“ verstanden, so hätte sie es spielend im Griechischen mit „hüper panton“ oder „peri panton“, „für alle“ wiedergeben können. Weil sie es nicht getan haben und die Worte Jesu mit „hüper pollon“ übersetzten, sind sie maßgebende Zeugen für den Sinn „für viele“. Deshalb sind alle Bemühungen, das griechische „polloi“ mit der semitischen Möglichkeit „alle“ umzudeuten, unwissenschaftlich. So wie der Bundesschluss mit Abraham auf eine bestimmte Personengruppe beschränkt blieb – nämlich auf jene, die die Beschneidung annahmen – so bleibt der Neue Bund im Blute Christi beschränkt auf jene, die das Erlösungsopfer annehmen und das sind nicht alle, sondern viele. Pater Walthard Zimmer
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